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Fotografie auf Malta – Bewegung im Bild mit kurzer & langer Belichtung

13. März 2017 · Belichtung, Reisen & Fotowalks

Anfang Herbst zog es mich mit meiner Freundin für eine Woche auf die kleine Insel Malta. Feinstes Sommerwetter, mediterranes Flair, tolle Architektur und jede Menge Bademöglichkeiten haben zu einem unvergesslichen Erlebnis beigetragen. Selbstverständlich war auch die Kamera mit im Gepäck, um die schönsten Eindrücke fotografisch festhalten zu können. Dabei sind ein paar Bilder entstanden, an denen sich die Darstellung von Bewegung im Bild besonders anschaulich erklären lässt. Als erstes geht es darum, Bewegungen im Bild durch kurze Verschlusszeiten einzufrieren. Als zweites zeige ich anhand zweier weiterer Beispiele, wie längere Belichtungszeiten dazu führen, die Bewegung ins Bild zu transportieren.

Bewegungen einfrieren durch kurze Verschlusszeiten

Beispiel 1: Greifvogel beim Abflug

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Malta, Küste | Brennweite: 50mm | Blende F4.5 | Belichtungszeit: 1/1600 Sek | ISO 200

Auf dem Rückweg vom Strand ließ ein Falkner seinen Greifvogel einige Runden drehen. Viel Geduld und auch etwas Glück haben nach einigen misslungenen Versuchen schließlich diese Momentaufnahme entstehen lassen. Durch die kurze Verschlusszeit von 1/1600 Sekunde konnten die schnellen Bewegungen des Greifvogels recht adäquat eingefangen werden. Beim Einfrieren von vor allem schnellen Bewegungen des Motivs ist es wichtig, auf den richtigen Moment zu warten, dann aber sehr schnell zu reagieren und rechtzeitig den Auslöser zu betätigen. Dabei solltest Du bereits vor diesem Prozess die richtige Belichtung für die Motivsituation eingestellt haben. Ein versierter Umgang mit dem Autofokus Deiner Kamera sollte zudem Grundvorraussetzung sein.

Beispiel 2: Ausblick in Valetta

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Malta, Valetta | Brennweite: 19mm | Blende F6.3 | Belichtungszeit: 1/160 Sek | ISO 640

Bei einer der Erkundungstouren durch die Hauptstadt Valetta kam uns während einer Pause auf einer Bank eine Hochzeitsgesellschaft entgegen. Mir fiel das Kind mit den roten Lufballons auf, welches sich relativ rasch von links vor unsere Bank bewegte, um an das Geländer zu treten und den Ausblick auf die Stadt zu genießen. Ich hatte sofort eine Vorstellung vom Motiv im Kopf, wartete kurz und nutzte den Moment in welcher das Kind in der richtigen Position für diese Momentaufnahme war, um auf den Auslöser zu drücken. Hier hatte ich zugegebenermaßen wesentlich mehr Glück als Verstand - das finde ich aber nicht verwerflich, denn Glück gehört für solche Fotos manchmal eben auch mit dazu! Bei diesem Motiv war die Belichtungszeit mit 1/160 Sek. wesentlich länger als bei dem ersten Beispiel eingestellt. Dies hat zur Folge, dass schon ein klein wenig Bewegung mit ins Bild transportiert wurde, wenn man genau hinschaut (linker Fuß des Kindes). Das sorgt for etwas Dynamik im Bild und stört nicht weiter - durch kürzere Belichtungszeiten hätte man diese Bewegung jedoch auch komplett einfrieren können.

Bewegungen ins Bild transportieren durch längere Verschlusszeiten

Beispiel 1: Ghajn Tuffieha Bay bei Sonnenuntergang

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Ghajn Tuffieha Bay, Malta | Brennweite: 17mm | Blende F13 | Belichtungszeit: 1/8 Sek | ISO 100 | Stativ

Auf dem Streifzug über die kleine Insel besuchten wir auch Ghajn Tuffieha Bay - einen der wenigen Sandstrände auf Malta. Wir waren gerade zur rechten Zeit vor Ort, um bei passendem Wetter einen sehr schönen Sonnenuntergang zu erleben. Im Gegensatz zum Vorgehen bei den vorangegangen Beispielen war hier kein schnelles Handeln nötig. Auch war durch die untergehende Sonne nur noch wenig Licht vorhanden und ich wollte sehr gerne die Bewegungen der Wasserwellen in mein fertiges Bild transportieren. Somit kam nur eine Langzeitbelichtung in Frage (deren Grundlagen habe ich in einem separten Beitrag ausführlich beschrieben). Ähnlich bin ich auch hier vorgegangen - die richtige Positionierung der Kamera (natürlich auf einem Stativ) und das Experimentieren mit unterschiedlich langen Verschlusszeiten haben viele Ergebnisse fabriziert - das hier gezeigte ist eines der besten. Vor allem Verschlusszeiten um die 1/8 bis 1/4 Sekunde haben die Bewegungen der Wellen sehr schön eingefangen. Auch mit längeren Zeiten habe ich experimentiert. Diese führen jedoch zu sehr surrealen Darstellungen - das Wasser sieht dann fast wie mystischer Nebel aus, was mir für diese Bildstimmung ein wenig zu drastisch erschien. Aber das ist Geschmackssache - probiere am besten auch verschiedene Belichtungszeiten aus, um die für deine Bildaussage passende Verschlusszeit zu finden!

Beispiel 2: Valetta - Schiffe im Hafen bei Nacht

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Valetta - Blick auf Fort Manoel, Malta | Brennweite: 38mm | Blende F14 | Belichtungszeit: 15 Sek | ISO 200 | Stativ

Auch ein Abendspaziergang durch Valetta hielt einige schöne Motive für uns bereit. Mich faszinierte der Blick von Valetta auf Manoel Island, wo um diese Zeit das Fort Manoel schön beleuchtet wird. An einer Stelle übte dieser Ausblick einen besonderen Reiz auf mich aus, da er von zwei vor Anker gegangenen Schiffen im Vordergrund ergänzt wurde. Das war mein Motiv! Also Kamera, Stativ und Fernauslöser ausgepackt, passend positioniert und eingestellt. Auch hier war eine lange Belichtungszeit notwendig - sowohl technisch (viel zu wenig Licht für Freihandaufnahmen) als auch inhaltlich (Wasserbewegungen).

15 Sekunden Belichtung waren hier der beste Kompromiss - es kam genügend Licht ins Bild und die Wasserbewegungen erscheinen fein wie Samt, ohne jedoch das sehr leichte Schwanken der Schiffe zu sehr ins Bild zu transportieren - das wollte ich nicht. Um die 25 Sekunden Verschlusszeit hätten zwar für eine insgesamt bessere Belichtung gesorgt - dann wären die Bewegungen der Schiffe nach meinem Geschmack jedoch zu stark sichtbar (Blende und ISO-Wert wollte ich nicht verändern). Auch hier gilt das Prinzip, verschiedene Zeiten auszuprobieren, bis das Deiner Meinung nach beste Ergebnis erzielt wurde.

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